Ehrenring für Dr. h.c. Ernst E.P. Hochsteger

Dr. h.c. Ernst E.P. Hochsteger wurde im Dezember 2012 mit dem Ehrenring seiner Heimatstadt Rottenmann ausgezeichnet.

Laudator Rektor a.D. Univ. Prof. Dr. Hans Sünkel gratuliert Dr. h.c. Ernst E.P. Hochsteger zur Verleihung des Ehrenringes der Stadt Rottenmann.



Rede langsam, sprich leise und sage möglichst wenig.

Hohe Festversammlung, meine verehrten Damen und Herren, lieber Ernst!

Diese soeben über den Zaum meiner Zähne gesprungene Empfehlung von John Wayne mag zwar so manchem Spitzenpolitiker von Wahlstrategen ans Herz gelegt und von diesen auch beherzigt werden. Kluge Menschen tun jedoch genau das Gegenteil dessen, was ihnen vermeintlich wohlwollende Berater ins Ohr zu flüstern pflegen. Ich bin bekanntlich kein Politiker und möglicherweise auch nicht klug, und dennoch habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, wahre Worte hörbar und gelassen auszusprechen, in bewußtem Gegensatz zur eingangs zitierten Empfehlung „Sprich leise und sage möglichst wenig“.

Ich greife da sehr viel lieber einen gut gemeinten Rat von Johann Wolfgang von Goethe auf, wenn er meint: Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.

Meine Damen und Herren, ich mag jene einschläfernden Laudationes gar nicht, die sich vornehmlich auf die erneute Wiedergabe eines schon allzu oft abgelesenen und somit abgegriffenen Lebenslaufes beschränken. Ich will Ihnen daher gleichsam in Anlehnung an „Chili con Carne“ eine „Laudatio con Variazione“ anbieten. Und so ist es mir als einem mittlerweile in die Jahre gekommenen Bergbauernbuben eine Freude, meinem auch nicht jüngeren Freund seit früher Jugend, dem (laut Eigendefinition) einstigen „Keuschlerbuben“ Ernst Hochsteger Blumen zu streuen. Ich tue dies gerne und mit großem Respekt vor einer beeindruckenden Karriere, die nicht von Anbeginn vorgezeichnet war, die nicht ererbt, sondern vielmehr ausschließlich selbst erarbeitet wurde. Gleichsam als Worte der Einstimmung will ich drei knappe assoziative Anmerkungen zu unserem zu Ehrenden machen:

Anmerkung 1: Auf Probleme zugehen, diese nicht erwachsen werden lassen, Herausforderungen annehmen, positiv denken, sich selbst und andere motivieren, Zielstrebigkeit praktizieren, Ausdauer und sportlichen Ehrgeiz üben und stramme Leistungen erbringen, all das und deren noch viel mehr sind mit Leben erfüllte, ausgezeichnete persönliche Attribute unseres zu Ehrenden. Eigenschaften, die für alle Führungspersönlichkeiten in unserem Land vorbildhaften Charakter haben sollten.

Anmerkung 2: Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst, sondern gibt auch anderen eine faire Chance. Und insbesondere verlässt sich ein kluger Mann nicht darauf, dass der Herr es den Seinen im Schlafe gibt. Wohl aber vertraut er darauf, dass das Glück den vorbereiteten Geist bevorzugt. Auch in diesem Sinne ist unser zu Ehrender klug.

Anmerkung 3: So manche Wege nehmen ihren Anfang mit dem jugendlichen Übermut, finden eine Fortsetzung durch eine lange Strecke des Muts, um schließlich in Form der Demut eine Kulmination zu erfahren. „Übermut - Mut - Demut“ – ja, so könnte man wahrscheinlich Ernst Hochstegers Leben in Kurzform charakterisieren.

Meine Damen und Herren, Ernst Hochsteger hat schon in früher Kindheit einen starken Bezug zum heimatlichen Boden unter den Füßen erfahren. Und – so beeile ich mich hinzuzufügen – er hat trotz seiner beachtlichen Karriere diese seine Bodenhaftung wohl nie verloren. In sportlicher Hinsicht wurde dieser heimatliche Boden von Ernst Hochsteger mit dem Fußballfeld gleichgesetzt, wo er als lokaler Jaschin des Rottenmanner Fußballclubs nicht nur das Tor hütete und glanzvolle Paraden hinlegte, sondern auch die Spieler des gesamten Teams zu Höchstleistungen beflügelte, ganz im Stile des genannten großen Vorbildes, dem weltweit besten Torhüter des 20. Jahrhunderts. Und dieses Jaschin-Ideal eignet sich in der Tat trefflich, auch Ernst Hochsteger zu charakterisieren – sei es als Sportler, sei es als erfolgreicher Unternehmer. Und ich zitiere aus Wikipedia wörtlich: „Die größte Bewunderung bei Fans und Experten genoss Jaschin wegen seiner vorausschauenden Spielweise: er erweiterte seinen Aktionsradius über den Strafraum hinaus, organisierte seine Abwehr und fungierte bei Angriffen seiner Mannschaft als zusätzlicher verteidigender Feldspieler. Seine Fähigkeit, Spielzüge vorauszusehen, machten seine Ausflüge keineswegs zu riskanten Aktionen, nur selten ließ er sich durch Weitschüsse überraschen.“

Seinen Beruf versteht Ernst Hochsteger als Berufung. Und ich beeile mich hinzuzufügen, dass eine glanzvolle Berufung dieser Art wohl als best practise Modell für die gesamte Privatwirtschaft gelten kann. Von allem Anfang an war ihm klar: „ex nihilo nihil fit“ (aus nichts wird nichts). Seine Laufbahn ist daher gekennzeichnet von einem konsequenten Erklimmen der Karriereleiter, vom Assistenten der Direktion der Fa. Bauknecht, über die kaufmännische Werksleitung der Bauknecht-Werke in Rottenmann und Spielberg bis hin zur Gründung seiner so erfolgreichen Firma Intercom mit dem Headquarter an wohlklingender, prominenter Adresse in Wien. Unsere beiden Lebenswege hatten sich berufsbedingt voneinander entfernt und vor rund 15 Jahren wieder zueinander gefunden, als das Thema höhere Bildung am Standort Rottenmann vom so ungemein engagierten wie auch höchst erfolgreichen langjährigen Bürgermeister Ludwig Kopf aufgenommen wurde. Mit Ernst und mir gleichsam im Rückengepäck hatte Ludwig Kopf, dem in vielfacher Hinsicht eine von Dank erfüllte Lobeshymne und höchste Anerkennung gebührt, die Einrichtung des Universitätszentrums Rottenmann gezielt betrieben. Und wie das eben die konsequente Art von Ludwig Kopf ist, hat er diese seine Idee niemals aufgegeben. Und Ernst Hochsteger war von Anbeginn von der Idee einer universitären Bildungseinrichtung in dieser unserer Heimatstadt begeistert und hat diese Begeisterung als Brückenbauer zu Entscheidungsträgern, aber auch als Vorsitzender des Fördervereins des UZR mit nachhaltigem Leben erfüllt. Seine unbestrittene Kompetenz als Unternehmer im Bereich Office-Automation sowie im GIS-Bereich und seine intellektuelle Nähe zu universitärer Bildung im Allgemeinen und der Förderung unserer studierenden Jugend im Besonderen haben dann auch zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Sladkovicovo in Bratislava geführt.

Getreu dem Motto „Ein Tropfen Hilfe ist wertvoller als ein ganzer Ozean voll Sympathie“ nimmt Ernst Hochsteger, parallel zu seinem persönlichen Engagement als Förderer von Bildung in der Region, auch die Rolle als ökumenischer Brückenbauer ein, und zwar innerhalb wie auch außerhalb des Christentums, und leistet immer wieder beachtliche finanzielle Unterstützung für unsere christlichen Kirchen. Dieser uns verbindende gemeinsame Glaube an Gott stellt für ihn ein besonders hohes Gut dar, das es nicht nur zu erhalten, sondern zu pflegen und möglichst zu festigen gilt. Ja, das Geben ist auch für unseren Ernst sehr viel schöner als das Nehmen. Meine Damen und Herren, ich lade Sie alle ein, kontemplativ in sich zu gehen und seinem Vorbild nicht nur in der Weihnachtszeit zu folgen, und ich wiederhole mich ganz bewusst: „Das Geben ist sehr viel schöner als das Nehmen.“ Meine Damen und Herren, Ernst Hochsteger ist in der Tat klug, zumal er seinen Geist bereits in früher Jugend vorbereitet hat, um das Glück zu finden. Ein Glück, das er mit seiner nach mittlerweile 40 Ehejahren noch immer heiß geliebten und mitunter viel besungenen Marianne gerne teilt, ein Glück, das ihm zwei wunderbare Kinder, Claudia und Christian, und nun auch schon 5 Enkelkinder geschenkt hat.

Familie bedeutet für Ernst und Marianne wohl das höchste Glück auf Erden. Und so war es zunächst für Marianne und nun auch für unseren Ernst eine Selbstverständlichkeit, jeweils eine Niere ihrer geliebten Tochter Claudia zu spenden. Und dass auch die jüngste Transplantation am 9.11. so perfekt gelungen ist, ist wohl auch auf das Glück des vorbereiteten Geistes zurückzuführen – ein zeitlich wie auch moralisch invertiertes „nine – eleven“ der Menschlichkeit! Ernst, Marianne und Claudia verdienen dafür unseren größten Respekt und einen stehenden Applaus! Meine sehr geehrten Damen und Herren, es wäre nicht Ernst Hochsteger, wenn dieser heutige Festakt nicht stilecht begangen würde. Und zu diesem Stil gehört wohl auch die zeitliche Platzierung dieses Ereignisses am Vorabend seines großen persönlichen Festtages. Andere setzen nämlich die Zahl 65 gerne mit Pension gleich, für Ernst Hochsteger dagegen bedeutet 65 die Prime-Time in seiner glanzvollen Karriere und seinem Leben überhaupt. Lieber Ernst, wir alle freuen uns mit Dir und Deiner Familie und gratulieren Dir zum würdigen Anlass im Doppelpack herzlich: zur Verleihung des Ehrenringes der Stadt Rottenmann hier und heute und zu Deinem morgigen 65. Geburtstag gleichermaßen.

Herzlichen Glückwunsch und … ad multos annos!

Rottenmann, am 1. Dezember 2012, Hans Sünkel

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Kleine Zeitung - Steier des Tages (03.12.2012)
Kronen Zeitung - Steiermark inoffiziell (29.11.2012)
Laudatio von Rektor a.D. Univ. Prof. Dr. Hans Sünkel (12/2012)

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Video des Beitrags des ARF vom 01.12.2012.


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